Braucht mein Tier Abwechslung im Napf?

Abwechslung auf dem täglichen Speiseplan – diese Vorliebe passt zum "Allesfresser" Mensch. Wenn wir das gleiche für unsere Hunde und Katzen einfordern, übertragen wir unsere eigenen Vorlieben auf sie, was einer Vermenschlichung und keiner Notwendigkeit in ihrer Ernährung gleichkommt.

Weißer Hund und schwarz, weiße Katze fressen gemeinsam aus einem Napf.

Manche Tierhalter fühlen sich unbehaglich bei dem Gedanken, ihr Tier lebenslang mit dem gleichen Fertigfutter zu ernähren. Aber Hunde und Katzen, die eine ausgewogene Alleinnahrung erhalten, brauchen keine Abwechslung.
Im Gegenteil: die mit abwechslungsreicher Nahrung einhergehenden Veränderungen im Nährstoffangebot können Verdauungsprobleme wie weichen Kot und Durchfall begünstigen. Die Verdauung der Tiere ist nicht auf schnelle Veränderungen in der Nahrungszusammensetzung eingerichtet.
Abwechslung im Sinne von “einfach mal ein anderes Futter“ hat mit der empfohlenen „gesunden Mischkost“ für den Menschen nichts zu tun und kann die Ernährung der Tiere nicht verbessern.

Katze riecht an ihr dargebotenem Leckerli.

Die Menge der Geschmacksrezeptoren auf der Zunge ist bei Hunden und Katzen deutlich geringer als beim Menschen. Während der Mensch ca. 9.000 Stück hat, sind es beim Hund nur 1.700 und bei der Katze lediglich 500. Der Mensch hat ein natürliches Bedürfnis nach geschmacklicher Abwechslung in seinem Speiseplan. Das gilt nicht für Hunde und Katzen.
Allerdings ist bekannt, dass ein ständig wechselndes Nahrungsangebot der Vorliebe mancher Hunde und Katzen für Neues (Neophilie) entgegen kommt und zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme führen kann. Das ist in den wenigsten Fällen wünschenswert, denn die Hälfte unserer Haustiere hat heute sowieso schon „zu viel auf den Rippen“.

Das sagt der Experte

Ein gleich bleibendes Nahrungsangebot respektiert nicht nur die Eigenarten des Hundes oder der Katze, es kann auch helfen, das Idealgewicht zu halten.

Experte
Dr. Claudia Rade

Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik

Wie entscheidet mein Tier, was es fressen mag?

Hunde und Katzen entscheiden über ihre Nahrungsvorlieben mit den Sinnesleistungen, die bei ihnen besonders gut ausgeprägt sind. Der Geruch ist also das wichtigste Entscheidungskriterium. Weitere Akzeptanz-Faktoren sind Größe, Form und Textur sowie die Temperatur der Nahrung. Selbstverständlich spielen auch die Qualität der Nährstoffe und ihr Anteil eine Rolle. Hunde lieben Fette und Proteine. Der Geschmackssinn spielt bei der Nahrungswahl eher eine untergeordnete Rolle und das Aussehen der Nahrung ist Hunden und Katzen herzlich egal – ihren Haltern aber nicht.

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