Ist Fleisch im Futter ein Nebenerzeugnis?

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse können von unterschiedlichen Schlachttieren stammen, denen jedoch eines gemeinsam ist: Sie wurden amtstierärztlich untersucht und für den menschlichen Verzehr als tauglich beurteilt.

Ein junger Hund frisst aus einem RoyalCanin Napf.

Definition: Was ist „Fleisch“?
Seit kurzem findet der Fleischbegriff aus dem Lebensmittelrecht auch auf Tiernahrung Anwendung: Fleisch ist demnach reines Muskelfleisch. Alle anderen (zum Teil durchaus hochwertige) Teile eines Schlachttieres sind entweder genau zu bezeichnen (Leber, Lunge, Milz…) oder als tierische Nebenerzeugnisse zu deklarieren. Daher ist der Begriff Fleisch & tierische Nebenerzeugnisse oder „verarbeitetes tierisches Protein“ bei der Tiernahrung korrekt. Begriffe wie „fleischige Brocken“ sind eher irreführend, sagen sie doch nichts darüber aus, ob und wie viel Muskelfleisch im Produkt enthalten ist.

Ein ausgewachsener und ein junger Hund fressen aus zwei unterschiedlich großen RoyalCanin Näpfen.

In Deutschland ist es für viele Konsumenten befremdlich sich Innereien, wie z.B. Leber oder Herz als Nahrungsmittel vorzustellen. Deshalb lassen sich nicht alle Körperteile, die für den Verzehr zugelassen sind, auch tatsächlich für die Lebensmittelherstellung nutzen. Für die Vorfahren unserer Haushunde und Katzen gehörten Innereien jedoch von jeher zu den bevorzugten Teilen ihrer natürlichen Beute. Nach erfolgreicher Jagd brechen z.B. Wölfe ihr Beutetier im Bereich des weichen Unterbauches auf, nicht nur, weil dies ein einfacher, knochenfreier Zugang ist sondern auch weil sich dort die energie- und nährstoffreichen, hochschmackhaften Innereien befinden.

Das sagt der Experte

Viele Innereien weisen eine hohe Nährstoffdichte, ein günstiges Nährstoffprofil und eine hohe Verdaulichkeit auf. Es konnte festgestellt werden, dass Innereien vom Huhn (einschließlich Leber und Herz) eine vergleichbar hohe Proteinqualität wie Geflügelfleisch haben. Die Proteinqualität von Lunge (vom Schwein, Rind oder Schaf) ist sogar besser als die von reinem Fisch oder Hühnerfleisch. Lunge liefert z.B. alle essenziellen Aminosäuren und ist im Nährstoffgehalt vergleichbar mit einem Rinderfilet.

Experte
Dr. Claudia Rade

Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik

Muskelfleisch und Innereien sind schmackhafte, nährstoffreiche Zutaten für Tiernahrung.

Kleinere wildlebende Katzen verspeisen ihre kleinen Beutetiere ganz. Vor diesem Hintergrund erscheint es umso erstaunlicher, dass Innereien in der Tiernahrung nicht selten den Ruf eines minderwertigen Nebenproduktes – insbesondere im Vergleich mit Muskelfleisch - haben.

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