Ist Rohfleischfütterung (BARF) gesünder?

BARF steht für „Bones and Raw Food“ und bezeichnet das Füttern von Hunden und Katzen auf der Basis von Knochen und rohem Fleisch. Ergänzt wird diese Ernährung durch Öle, Gemüse, Obst, Nüsse, Algen, Kräuter und ggf. geringe Mengen Getreide. Wie aus der Bezeichnung hervorgeht, werden alle Zutaten dabei ausschließlich roh verwendet.

Ein Hund läuft über eine Wiese.

Wichtige Vorteile beim BARFen sind die Möglichkeiten zur Begrenzung auf wenige Rohmaterialien (v.a. Eiweißquellen) für Hunde mit Futtermittelallergie und die geringere Energiedichte aufgrund des hohen Wassergehaltes in den frischen Zutaten bei übergewichtigen Hunden und Katzen. Befürworter des Barfens schätzen vor allen Dingen, die Zutaten für die Nahrung selbst aussuchen zu können und ihren Hund „ganz natürlich“ zu ernähren.

Golden Retriever frisst aus einem Royal Canin Napf.

Häufig haben sie jedoch keinen Überblick, wie viel von welchem Nährstoff im hausgemachten Futter enthalten ist und ob der Bedarf ihres Hundes oder ihrer Katze damit wirklich gedeckt ist.

Das sagt der Experte

Grundsätzlich ist es möglich, seinen Hund oder seine Katze auch mit BARF ausgewogen zu ernähren, man sollte hierbei allerdings einige Faktoren berücksichtigen. Das Wichtigste ist, dass der Bedarf an allen lebensnotwendigen Nährstoffen abgedeckt ist. Um sowohl einen Mangel als auch einen Überschuss an Nährstoffen zu vermeiden, sollte man daher am besten eine individuelle Rationsberechnung für sein Tier von einem Ernährungsexperten erstellen lassen.

Experte
Dr. Claudia Rade

Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik

Neben einer sinnvollen Rationsgestaltung beim BARFen besonders wichtig: Die Hygiene.

Als weiterer Faktor ist beim BARFen zu beachten, dass die Hygiene an oberster Stelle stehen muss. Viren und Bakterien (z.B. Salmonellen) sind nicht selten im rohen Fleisch zu finden, und bei der Rohfütterung findet keine Abtötung durch Erhitzen statt. Die Krankheitserreger stellen weniger ein Problem für die roh gefütterten Tiere dar (Hunde scheiden Salmonellen z.B. vielfach nur aus, ohne selbst krank zu werden), wohl aber für die mit dem gebarften Tier zusammenlebenden Menschen: insbesondere sehr alte und sehr junge Familienmitglieder sind gefährdet und solche, bei denen eine Schwächung des Immunsystems vorliegt. Gebarfte Hunde sind nicht generell gesünder als konventionell ernährte. BARFen ohne die notwendige Sorgfalt bei der Hygiene stellt jedoch definitiv ein Gesundheitsrisiko für die Tierhalter und ihre Familie dar.

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